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09.05.2019

Die Zimmerner ACI group und das Abkommen mit Bolivien

Andreas Schwab und Wolfgang Schmutz im Dialog über die Herausforderungen dieser Zeit

Politik trifft Wirtschaft. In dem Fall ganz  konkret: Europaabgeordneter und innovativer Unternehmer im Gespräch. Oder ganz genau: In einer gut zweistündigen Veranstaltung des CDU-Ortsverbands Zimmern in den Räumlichkeiten der aci group auf dem Gelände des Gewerbegebietes IN.KOM tauschten sich Dr. Andreas Schwab, seit 15 Jahren südbadischer Abgeordneter in Straßburg und Brüssel und Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Schmutz als Chef eines Weltunternehmens aus.

Drüber berichtet die CDU in einer Pressemitteilung: Unter aufmerksamer Beteiligung des Publikums, das in der Diskussion die Fragen stellte, die den Menschen auf den Nägeln brennen. „Sie werden eine spannende Veranstaltung erleben“, hatte die CDU-Ortsverbandsvorsitzende von Zimmern, Monika Schneider versprochen. Und sie hat Recht behalten.

Gut drei Wochen vor den Wahlen zum Europäischen Parlament standen mit dem Thema „Energie und Mobilität“ zwei Begriffe in der Überschrift über dem Gedankenaustausch, die gerade an dem Ort, an dem ein privatwirtschaftliches Unternehmen, die aci group mit dem südamerikanischen Bolivien, dem Land mit dem größen Lithium-Vorkommen weltweit, ein joint-venture-Abkommen zum Abbau des für die Produktion von Batterien notwendigen Stoffes geschlossen hat, das wahrlich seinesgleichen sucht. Und nirgends finden wird. „Wir sind ja nur eine Schwarzwaldklitsche“, schmunzelte Prof. Schmutz über manche despektierliche Äußerung.

Wie kann das gehen, ein solches Unterfangen, das es so noch nie gegeben hat und mit dem aci „gänzlich neue Wege geht“, wie er sagte. „Ich bin es ja nicht alleine“, sagte er und verwies auf  ebenfalls anwesende Mitarbeiter seines Teams: „Was wir tun, geht nur mit den besten Ingenieuren, Technikern und auch mit der notwendigen juristischen Beratung und Absicherung.“ Vor gut zwei Jahren begannen die ersten Gespräche, mit dem Start der Produktion wird im Jahr 2022 gerechnet.

Und das Ganze soll und wird eine win-win-Situation ergeben, die allen dient. Und nicht zuletzt Arbeitsplätze in Zimmern, in Deutschland schafft. Vereinbart ist eine Laufzeit von siebzig Jahren. Und was kommt danach? Vielleicht etwas ganz anderes? „Da sind dann andere zuständig!“ Jetzt aber liegt es an dem Unternehmen in Zimmern, den  weltweiten Wettbewerb vor allem mit den Chinesen aufzunehmen, in dieser „historischen Chance“ (Prof. Schmutz) zu bestehen.

Was zum Vortrag, zu der Rede von Andreas Schwab führt, die geradezu den kongenialen Unterbau zu dieser Initiative bot. „Die Welt dreht sich in einer dramatischen Weise weiter“, beschrieb er die Auseinandersetzungen zwischen den großen Playern auf dieser Erde.  Und wer setzt die Standards bei den großen Auseinandersetzungen? Während der in Berlin  geplante Flughafen BER  im Jahre 2006  begonnen wurde und es längst noch nicht abzusehen ist, wann er geöffnet werden wird, hat in der gleichen Zeit China 50 ähnlich große Flughäfen gebaut. Ein Beispiel für die Dimensionen, in denen sich alles abspielt.

„Wir sind anders. Besser.“, hatte Professor Schmutz gesagt. Europa aber kann nur bestehen, wenn es mit dabei ist. Auch dabei, wenn es um die Standards geht. Wer setzt sie? Welche Standards sollen gelten? Diese Fragen durchzogen auch die gesamte Diskussionsrunde. Teilweise besorgt vorgetragen. Aber mit der Hoffnung und genährt durch die Überzeugung von Andreas Schwab, „dass wir als Europäische Union ein attraktiver Markt sein müssen, dass wir jeden Tag etwas besser sein müssen als die anderen.“ Und: „Es gibt so gut wie kein Thema, das nicht mit Europa zu tun hat.“

Da wurden dann die anfangs ebenfalls angeschnittenen Bereiche wie die, die im öffentlichen Diskurs so umstritten sind – Klimaerwärmung, Verbrennungsmotor oder E-Mobilität oder Brennstoffzelle zum Beispiel – zwar nicht beantwortet, aber zum Greifen spürbar war: es geht ausschließlich mit Anstrengung, mit dem Wissen, dem Können und dem Umsetzen durch Experten, durch die  Besten. Und wer gut ist und besser als die anderen, der setzt dann auch die Standards. So einfach und schwierig und so notwendig ist es.

„Das allermeiste, was in Europa beschlossen wird, hat auch mit uns zu tun, mit Deutschland, mit Baden-Württemberg, mit Südbaden und eben auch mit Zimmern“, hatte Andreas Schwab gesagt. Darum ist das Miteinander so wichtig. Und die in einer Video-Sequenz, die Professor Schmutz im Verlauf des Abends einstreute, eingeforderten Attribute wie Gerechtigkeit, Mut, Partnerschaft.

Bei der Vereinbarung mit der bolivianischen Regierung waren auch die Bundesminister Peter Altmaier und Heiko Maas sowie die Landeswirtschafsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut mit beteiligt.  Alle zusammen in einem Boot. Und mit den Gedanken und den Werten die Zusammenarbeit mit Bolivien so  zu erfüllen, wie  ihm dies der heute in La Paz Pater Neuenhofer als sein damaliger Religionslehrer mit auf den Weg gegeben hatte. So die ganz andere Annäherung an das lateinamerikanische Land als dies in früheren Jahrhunderten an der Tagesordnung gewesen ist.

Womit auch der Bogen geschlagen ist zu dem Hinweis  von Monika Schneider bei ihren einführenden Worten, dass das „C“ als Markenzeichen der CDU die wesentliche Richtschnur für das Handeln sein muss.